Ich habe vor, ein Punktfundament anzufertigen. Zum einen sprechen dafür der verringerte Materialbedarf gegenüber einer kompletten Betonplatte oder einem Streifenfundament; zum anderen habe ich ja schon einen verdichteten Schotteruntergrund der alten Terrasse.

Da mir niemand sagen konnte, woher ich Schilderpfähle bekomme (Idee von Andreas Edler), wollte ich KG-Rohr mit Durchmesser 25cm eingraben und mit Betonestrich ausfüllen. Da hinein sollten dann am Ende L-Pfosten-Träger betoniert werden, auf die ich dann meine Unterkonstruktion schraube. Um nun die Löcher für die KG-Rohre in den Boden zu bekommen, habe ich mir von einem Nachbarn einen Erdbohrer mit Benzinantrieb ausgeliehen. Normalerweise dient das Gerät dazu, Löcher und Wald und Wiese zu bohren, um z.B. Lichtmasten oder Weidezäune zu setzen. Der Versuch war ein Desaster. Keine Chance, in den verdichteten Schotterboden vernünftig reinzukommen. Entweder rutschte sofort alles nach und das Loch war wieder voll, oder ich kam gar nicht in den Boden, da der Vorbesitzer des Hauses seinen ganzen Bauschutt in den Untergrund der alten Terrasse gekippt hatte. So fand ich dort Betonplatten vom Format 40 x 5 x 100 cm, Feldgestein vom Format 30 x 30 x 30 cm, Betonreste, Ziegel, Schieferplatten, … (Gut zu erkennn im Bild links unten neben dem Schilfgras)

Der nächste Versuch mit dem Erdbohrer erfolgte im richtigen Erdreich hinter der alten Grenze. Das ging ganz gut und auch relativ zügig. Relativ deshalb, da beim 2. Loch der Bohrer an einer Wurzel hängen blieb und mir aus der Hand schlug. Eigentlich kein Problem. Das Ding hat ne Sicherung, und der Bohrer ging sofort von allein aus. Also holte ich meinen Nachbarn dazu, damit er mithilft, das Gerät rauszuziehen. Hitzköpfig wie er war, reißt er den Motor mit der Zugschnur wieder an in der Meinung, “ich wäre nicht kräftig genug”und “lass da mal einen richtigen Mann ran”. Und so nahm das Verhängnis seinen Lauf. Anscheinend hatte sich der Gasbowdenzug verklemmt, denn der Motor sprang sofort an, der Bohrer riß sich los und die Sicherung ging nicht mehr. Jedenfalls drehte sich das Gerät (der Bohrer selbst steckte fest) lustig weiter. Und zwar mit einem Affenzahn, Vollgas halt und der Tank war voll. Wir unternahmen alles Mögliche, um das Teil auszubekommen bzw. grade zu halten, bis wir nach vlt. 20 Minuten die Idee hatten, ein dickes Seil um den Baum zu binden und das andere Ende einfach ins Gerät zu schmeißen. So haben wir den Bohrer wieder ausbekommen. Ich verlinke hier mal zur allgemeinen Belustigung ein Video.

Danach hab ich die restlichen Löcher gebohrt und die KG-Rohre eingesetzt. Da ich keine Lust hatte, die komplette alte Terrasse freizuschaufeln und auch die Hochrechnung ergab, dass ich pro KG-Rohr (ca. 45-50 Stück) 1 1/2 Säcke Betonestrich benötigt hätte, verwarf ich diese Idee wieder. Ich habe nur direkt an der Hauswand einen Graben gebuddelt und dort die Rohre eingesetzt. Das waren wiederum 7 Stück. Grund der Mühe war die Idee im Hinterkopf, die Terrasse irgendwann einmal als Wintergarten umzubauen. Und da macht sich ein richtiges festes Fundament an den Rändern gar nicht schlecht.

Beim Ausgießen der Rohre mit Beton habe ich oben ein Loch mittig reingedrück. Dort kommen dann später die L-Pfosten-Halter rein.

Alle weiteren geplanten Bohrlöcher habe ich gelassen und bin auf Plan-B umgestiegen. Ich hab mir ettliche Winkeleisen gekauft und diese auf die alten Terrassenplatten gedübelt. Diese Platten werde ich dann an den geplanten Punkten einfach hinlegen, mit Kies und Schotter unter-/hinterfüllen und ausrichten. Vorteil: Billiger, schneller, leichter auszurichten, später extrem leichter zu korrigieren. Wie das dann aussieht, seht Ihr auf der folgenden Seite.

Bevor es dann richtig mit der Unterkonstruktion los ging, hab ich die Terrasse mit der Rüttelplatte nochmal abgerüttelt und Riffelrohr mit Kabel für die spätere Beleuchtung, Steckdose und Lautsprechern unter den Dachgiebeln grob verlegt.

Vorbereiten alte Terrasse

Unterkonstruktion Teil2 (Aller Anfang ist schwer)