Im folgenden wird der Dual-Homed-Host an sich als auch das komplette System mit Routern als Firewall bezeichnet. Vor der eigentlichen Installation der Firewallsoftware sollten folgende Punkte beachtet werden:
Für die eigentliche Installation muß man als Administrator lokal angemeldet sein. Nun wird die Datei install.cmd im Verzeichnis \Gateway\Nt der Installations-CD zu Ausführung gebracht. Im darauf folgenden Auswahlfenster muß "Eagle [Hawk included]" gewählt werden, um die Firewallsoftware inklusive der Administrationsoberfläche zu installieren. Nachdem im nächsten Fenster (siehe Abb. 6-1) die physischen Netzinterfaces dem logischen inneren und äußeren Interface zugeordnet und der Licence-Key eingetragen wurde, fährt die Installationsroutine automatisch bis zum Ende fort. Danach wird man aufgefordert, das System neu zu starten.
Das Installationsprogramm nimmt folgende Änderungen vor:
Die Firewall wird mittels der grafischen Benutzeroberfläche Hawk (Graphical User Interface -GUI) bedient. Über diese GUI (Abb. 6-2) kann der gesamte Funktionsumfang konfiguriert und alle Aktivitäten überwacht werden. Vor allen Aktionen steht jedoch das Anmelden an der Firewall. Das kann entweder Lokal geschehen oder Remote. Bei der lokalen Anmeldung muß man als Administrator am System angemeldet sein. Es wird beim Remote-Anmelden ein Paßwort abgefragt. Bei Erfolg baut die GUI eine Verbindung zur Firewall auf.
Abb. 6-2: Die Hawk-GUI der Eagle Firewall
6.3.1.1. Hosts, Adressen, Netze und Netzinterfaces
Als ersten Administrationsschritt sollten der Firewall die physischen Netzteilnehmer bekannt gemacht werden. Darunter fallen unter anderem:
Abb. 6-3: Dialogfenster zur Definition aller Netzkomponenten
Jeder Eintrag bekommt einen eindeutigen Namen zugewiesen, über den er in allen weiteren Konfigurationspunkten auswählbar ist. Es empfiehlt sich, bei Hosts den Hostnamen einzutragen und bei Subnetzen den Netznamen. Weiterhin bekommt jeder Eintrag eine IP-Adresse zugewiesen (gilt nur für die Firewall !!!) und es kann eine kleine Beschreibung eingetragen werden. Für die verschiedenen Typen müssen (oder können) dann noch unterschiedliche Zusatzinformationen eingegeben werden.
Host:
Durch Drücken des "Create"-Buttons wird der Eintrag erstellt.
Nach der Installation existiert schon der "universe*"-Eintrag. Er spezifiziert alle Maschinen innerhalb und außerhalb der Firewall und ist assoziiert mit der IP-Adresse 0.0.0.0. Dieser Eintrag ist ein permanenter Teil der Firewall und kann somit nicht gelöscht werden. Auch eine Umbenennung ist nicht möglich. An dieser Stelle sei erwähnt, daß alle permanenten Einträge oder Services der Firewall mit einem Asterisk (*) gekennzeichnet sind. Der "universe*"-Eintrag dient dazu, Regeln (siehe Punkt 6.3.3.) zu irgendwas aufzustellen, das nicht näher beschrieben werden kann, zum Beispiel Telnet vom internen Host A zu allen außerhalb liegenden Hosts.
Nutzer und Gruppen dienen dazu, Regeln aufzustellen, die nur auf bestimmte Nutzer oder Gruppen angewendet werden sollen. Das Dialogfenster (Abb. 6-4) öffnet sich nach einem Aktivieren des "Users"- oder "Groups"-Buttons im Hawk.
Abb. 6-4: Dialogfenster zur Definition der Nutzer
Ein Nutzer ist hierbei eine Person, der eine eindeutige ID in der Firewall zugeordnet ist. Mehrere Nutzer können zu Gruppen zusammengefaßt werden. Auch Gruppen besitzen eine eindeutige ID. Dabei muß jeder Nutzer einer Gruppe zugeordnet sein. Daher müssen Gruppen zuerst definiert werden, bevor ein Nutzer angelegt werden kann. Der Gruppe wird ein Name und eine ID zugewiesen. Eine Beschreibung kann noch angegeben werden. Falls keine ID vom Administrator vergeben wird, wird vom System eine beim Betätigen des "Create"-Buttons erstellt.
Für einen Nutzer ist ein eindeutiger Nutzername, eine eindeutige NutzerID und eine GruppenID anzugeben. Der volle Name kann eventuell als Beschreibung dienen. Dann muß noch ein Paßwort eingegeben werden. Bei Aktivieren des S/Key-Setups kann für den Nutzer die Authentifikation nach dem S/Key-Standard eingerichtet werden (siehe Punkt 5.3.5.1.). Darauf soll hier aber nicht eingegangen werden. Nach Drücken des "Create"-Buttons werden die Informationen in der Datei %Systemroot%\Raptor\Eagle\Sg\gwpasswd gespeichert.
6.3.1.3. Konfiguration des Gateways
Die Grundeinstellungen des Gateways und das Einrichten von diversen Proxies ist nach Betätigen des "Gateway"-Buttons möglich. Da die Eagle Firewall mehrere Gateways unterstützt, muß das zu konfigurierende ausgewählt werden. Danach erscheint eine Dialogbox (Abb. 6-5) in der die Grundeinstellungen vorgenommen werden.
Abb. 6-5: Dialogfenster zur Definition der Gatewayinterfaces
Zuerst wird das physikalische Interface gewählt. Dann wird dem Interface die entsprechende IP-Adresse zugewiesen und es kann eine kurze Beschreibung angegeben werden. Sehr wichtig ist, daß den Interfaces, die in das interne Netz führen, der Punkt "Connected to INSIDE Network" zugewiesen ist. Dem Interface können weitere sicherheitsrelevante Spezifikationen zugewiesen werden, wie:
Über "Spoof Protected Networks" können Subnetze vor IP-Address-Spoofing (siehe Punkt 7.3.1.) geschützt werden. Es bietet sich an, alle Einträge, die published sind, hier mit aufzunehmen. Die direkten Verbindungen werden damit etwas sicherer, da keine gefälschten Pakete darüber eingeschleust werden können.
6.3.2. Definition und Konfiguration von Paketfiltern
Im allgemeinen reicht es für die Sicherheit aus, wenn nur die Application Proxies und Zugriffsregeln benutzt werden. Für eine feinere Abstimmung oder wenn bestimmte Protokolle (auch firmenspezifische) benutzt werden sollen, kommen Paketfilter ins Spiel. Laut Anforderungen (siehe Punkt 2.3.) soll ping und traceroute vom internen Netz nach Außen möglich sein. Da es keine Proxies dafür gibt und keine Regeln dafür aufgestellt werden können, muß die Anforderung mittels Paketfilter gelöst werden.
Dazu ist entweder im Dialogfeld zur Konfiguration des Gateways oder unter dem Button "Secure Tunnels" ein Button "Filter" zu finden. Er führt zu einem Dialogfenster (Abb. 6-6), in dem alle relevanten Daten eingegeben werden können. Ein Filter kann entweder nur bestimmte Protokolle zulassen oder verbieten. Das Mischen ist nicht möglich. Es können allerdings Filtergruppen gebildet werden, über die das Mischen indirekt machbar ist.
Wieder muß ein Name für den Filter festgelegt werden. Dieser sollte ausdrücken, ob es sich um einen Allow- oder Deny-Filter handelt und welche Protokolle er beinhaltet. Danach sind zwei Netentities A und B zu wählen, die die beiden Endpunkte des Filters angeben. Auf diese Entities beziehen sich dann die Zulässigkeiten (Allow oder Deny). Für einen ping-Filter müssen demzufolge AàB icmp_echo_request und BàA icmp_echo_reply gewählt werden, wenn A ein Netentity des internen Netzes und B ein Äußeres ist (zum Beispiel universe*). Denn zuerst wird vom pingenden Host eine ICMP-Nachricht vom Type 8 (ECHO_REQUEST) gesendet, die vom Empfänger mit einer Nachricht vom Type 0 (ECHO_REPLY) beantwortet wird. Andere ICMP-Nachrichtentypen sind für einen ping-Filter nicht nötig und sollten deshalb auch nicht zugelassen werden. Das Beispiel in der Abbildung zeigt allerdings einen Filter, der alle ICMP-Typen in beide Richtungen durchläßt.
Abb. 6-6: Dialogfenster zur Definition von Paketfiltern
Sollen nun bestimmte Protokolle zugelassen werden und andere nicht, müssen mindestens zwei Filter definiert werden; ein Allow und ein Deny Filter. Beide Filter lassen sich nun zu einer Gruppe zusammenfassen. Dazu wird wieder ein Name vergeben und "Filter Group" gewählt. In dem darauf folgenden Fenster können nun aus allen schon definierten Filtern diejenigen in die Gruppe aufgenommen werden, die für die Filtergruppe wichtig sind. Dabei spielt die Reihenfolge eine große Rolle, da die Filter der Reihe nach auf die Pakete angesetzt werden und sobald einer paßt, egal ob Allow oder Deny, wird das Paket zugelassen oder nicht. Alle nachfolgenden Filter in der Gruppe werden nicht mehr beachtet. Die Reihenfolge der Filter in der Gruppe kann folgendermaßen geändert werden:
Die meisten, der unter Kapitel 2. spezifizierten Anforderungen können mit Proxies erfüllt werden. Dazu ist der "Gateway"-Button zu drücken und im "Configure"-Pulldown-Menu der gewünschte Proxy auszuwählen.
Der Eagle Mail Proxy (SMTPd) besitzt folgende Features:
Die Firewall unterstützt den Zugriff auf das World Wide Web (WWW) mit verschiedenen Features, die auf verschiedenen Wegen konfiguriert werden. Die meisten können miteinander kombiniert werden. Die Features sind:
| Feature | zu wählender Service |
| normales HTTP | http |
| sicheres HTTP | http-https |
| Verbieten bestimmter URLS | http-restrict-urls* |
| Verbieten bestimmter MIME-Typen | MIME restrictions |
| Zulassen nur bestimmter Dateitypen | http-restrict-exts* |
| Verbieten bestimmter Kategorien | http-ratings* |
Nach der Unterstützung der Features durch die erstellten Regeln, müssen einige noch konfiguriert werden. Die Konfiguration erfolgt dabei entweder durch Editieren bestimmter Dateien oder durch Hawk-Menüs. Das Hawk-Menü ist über den "Gateway"-Button und "Configure"-Pulldown-Menü und anschließender Wahl von "WEB" erreichbar.
Verbieten bestimmter URLs:
http://www.xyz.com/index.html
http://www.abc.uk/pictures/*
image/jpeg
application/java
Der DNS-Server der Eagle Firewall (DNSd) besitzt folgende Einschränkungen:
Interfaces & Forwarders:
Die folgenden Tabelle gibt einen Überblick darüber, was in
welcher Datei von Hand editiert werden muß, damit die oben beschriebenen
Features unterstützt werden, die nicht mittels Hawk konfiguriert werden
können. Schlüsselwörter sind fett gedruckt!
| Feature | Datei | Eintrag |
| zusätzlicher Mail-Server | hosts.pub | IP name.domain # mxfor Priorität Domain |
| zusätzlicher primärer Name-Server | hosts | # root_server name.domain
IP name.domain |
| sekundärer DNS-Server | hosts | # nsfor name.domain |
| zusätzliche Subdomain | hosts | IP name.domain # nsfor subdomain.domain |
Beispiele:
Die gewünschten Anforderungen, die nicht mit Proxies eingerichtet werden können, werden mittels Regeln durch die Firewall untersützt. Dazu ist im Hawk der Button "Rules" zu drücken und es öffnet sich ein Dialogfenster, wie in Abbildung 6-7 dargestellt ist. Nach Eingabe einer Beschreibung und den Kommunikationsendpunkten wird festgelegt, ob die zu erstellende Regel eine Verbots- (Deny) oder Zulassungsregel (Allow) sein soll. Dann können aus der Service- und Protokollliste die Services und Protokolle in die Regel aufgenommen werden. Im Beispiel sind das ftp, gopher und telnet in einer Deny-Regel, da diese Dienste nicht von Außen nach Innen unterstützt werden sollen (siehe Punkt 2.4.). Optional kann die Regel noch für bestimmte Nutzer, Gruppen und Zeiten festgelegt werden. Die Einrichtung einer bestimmten Authentifizierung und einer Alarmzeit ist auch möglich. Ein Klick auf den "Create"-Button erstellt die Regel. Nach einer Rekonfiguration des Gateways (Pulldown-Menu "File à Save") ist sie aktiviert. Auf die gleiche Art und Weise werden ebenfalls die zulässigen Dienste als Allow-Regel definiert. Bei Nutzung eines dieser Dienste meldet sich das Eagle Secure Gateway, welches nach erfolgreicher Anmeldung die Kommunikationsverbindung an den Partner weitervermittelt.
Abb. 6-7: Dialogfenster zur Definition der Regeln und Applicationproxies
Wie schon unter a href=kapitel5.htm#534 target=rechtesfenster>5.3.4. beschrieben, dienen Tunnel dazu, Protokolle in
andere Protokolle zu kapseln, um damit bestimmte Wegstrecken zu überbrücken,
in denen das gekapselte Protokoll nicht unterstützt wird. Die Secure
Tunnel der Firewall sind solche Tunnel, die durch die Firewall hindurchführen
oder zwischen zwei Firewalls bestehen und deren Verbindung verschlüsselt
ist. Die Endpunkte können zum einen Hosts und Subnetze innerhalb und
außerhalb des internen Netzes sein und zum anderen auch nur die Netzinterfaces
der Firewall. Die Eagle Firewall unterstützt Swipe- und IPSEC-basierte
Secure Tunnels. Die Endpunkte eines Tunnels müssen vom gleichen Typ
sein. Die Unterschiede zeigt Tabelle 6-3.
| Typ | Beschreibung |
| Swipe | Diese Tunnel verstecken die Adresse der Tunnelendpunkte des internen Neztes vor der Außenwelt. Sie benutzen einen einfachen Header für die Verschlüsselung und Authentifizierung. Das System ist proprietär. |
| IPSEC | Auf IPSEC basierende Tunnel benutzen separate Header für die Verschlüsselung und Authentifizierung. Sie verstecken die Adressen der Endpunkte nicht. IPSEC ist ein standardisiertes Protokoll. |
Laut Anforderungen (siehe Punkt 2.3.) sollen ICMP basierte Anwendungen (ping, traceroute, ...) von Innen nach Außen möglich sein. Der Einsatz des unter Punkt 6.3.2. definierten ICMP-Filters als Input- oder Outputfilter des Gateways funktioniert nicht. Auf der Raptor FAQ Webseite (http://www.raptor.com/cs/FAQ/entv4localtunnel.htm) wird beschrieben, daß dazu ein Secure Tunnel zwischen dem inneren und äußerem Netzinterface der Firewall eingerichtet werden muß. Einen solchen Tunnel nennt man auch Local Tunnel. Am Beispiel des Einrichtens eines Local Tunnels für ping und traceroute soll die Konfiguration eines Secure Tunnels verdeutlicht werden (Abb. 6-8). Wichtig ist noch, daß bei Benutzung von Local Tunnels das IP-forwarding aktiviert sein muß (Start à Settings à Control Panel à Network à Protocols à TCP/IP à Properties à Routing).
Abb. 6-8: Dialogfenster zur Definition von Secure Tunnels
Zuerst werden zwei Netentities erstellt, die die Kommunikationspartner darstellen. Beide müssen vom Typ "Secure Subnet" sein. Dieser Begriff ist etwas irreführend, da auch ein Host von diesem Typ sein kann (Netzmaske = 255.255.255.255). Im Beispiel ist das der interne Host Alpha (sec_Alpha) und der universe*-Eintrag nochmal als sec_Universe. Dann wird, wie schon unter Punkt 6.3.2. beschrieben, ein entsprechender Filter erstellt. Nun kann der eigentliche Local Tunnel kreiert werden. Dazu ist im Hawk der "Secure Tunnel"-Button zu drücken. Nach Eingabe einer Beschreibung werden die beiden Endpunkte (A: sec_Alpha; B: sec_Universe) und der Filter (ICMP_filter) gewählt. Als Tunneltyp kommt der Einfachheit halber "Swipe" zum Einsatz und als Swipe Typ wird "None" (keine Verschlüsselung) gewählt. Nun müssen noch zwei Indizes vergeben werden, die bisher im System noch nicht existierten. Nach eine Klick auf den "Create"-Button ist der Local Tunnel erstellt. Das Gateway muß nun noch rekonfiguriert (Pulldown-Menu "File à Save") und eine statische Route eingetragen werden. Nun sollte ping funktionieren.
6.3.6. Umgeleitete Services oder virtuelle Hosts
Virtuelle Hosts, oder auch virtuelle Adressen, sind IP-Adressen, die von außerhalb der Firewall sichtbar sind, für die es aber im internen Netz keine physische Station gibt. Mit diesem Feature kann man diverse Dienste auf genau festgelegten Adressen im Internet anbieten, ohne daß der Nutzer die richtige Adresse des Dienstes kennt. Er merkt auch nichts davon, daß die Adresse nur virtuell ist. Die umgeleiteten Dienste werden mit Hilfe eines Proxies realisiert. Das Prinzip verdeutlicht die Abbildung 6-9.
Zur Konfiguration ist im Gatewayfenster ("Gateway"-Button) im "Configure"-Pulldownmenu der Eintrag "Redirected Services" zu wählen. Im Feld "Requests to" ist die Adresse des virtuellen Hosts und unter "Mask" die Netzmaske anzugeben. Der umgeleitete Service muß aus dem Menü gewählt werden. Nun ist noch die Adresse und (optional) der Port einzutragen, zu dem die Verbindung umgeleitet werden soll. Wichtig ist:
Im vorhergehenden Abschnitt wurde beschrieben, wie alle unter Kapitel 2. genannten Anforderungen mit Hilfe der Eagle Firewall erfüllt werden können. Der Administrator hat nun noch die nachfolgenden Aufgaben:
In die Hawk-Oberfläche ist ein Editor integriert, mit dem die wichtigsten Konfigurationsdateien der Firewall editiert werden können, wie zum Beispiel die Dateien hosts, hosts.pub oder httpurls. Dazu ist im Hawk der "Editor"-Button zu drücken und im "File"-Pulldown-Menü die zu editierende Datei auszuwählen. Es empfiehlt sich, die Dateien immer mit dem Editor zu bearbeiten, weil beim Starten der Hawk sonst Messageboxen erscheinen, die darauf hinweisen, daß die bestimmte Datei von Hand editiert worden ist.
Mit dem Button "Examine Logfile" kann das Logbuch eingesehen werden. Hierin werden alle Verbindungen und Verbindungsversuche vermerkt. Die Nachrichten gliedern sich dabei in folgende 7 Kategorien:
Um die Anzeige des Logbuches etwas übersichtlicher zu gestalten und um nicht so wichtige Meldungen aus- bzw. einzublenden, können Filter erstellt werden. Dazu ist der "Configure Filter"-Button zu drücken, um den Filter zu konfigurieren und die Checkbox "Use Filter" zu markieren.
Mit Hilfe des "Update"-Buttons wird die Anzeige aktualisiert und der "Connection"-Button öffnet ein Fenster, indem alle Verbindungen angezeigt werden (siehe auch Punkt 6.4.3.). Die Zeitintervalle, in denen das Logbuch aktualisiert wird, sind in der Datei stats.cf festgelegt und können durch Editieren dieser Datei verändert werden. Mit Hilfe des Programms flatten, welches sich in %systemdrive%\Raptor\Eagle\Bin befindet, kann das Logfile in eine besser lesbare Form konvertiert werden, die auch von externen Programmen, wie Datenbanken oder Statistikprogrammen, besser importiert werden kann. Die Syntax lautet:
flatten logfilename > ausgabedatei
6.4.3. Überwachen des Gateways
Der Button "Monitor Gateway Activity" im Hawk öffnet ein Fenster, indem alle aktuellen Verbindungen mit ihren Quell- und Zieladressen, dem benutzten Service und der Onlinezeit angezeigt werden. Zu jeder Verbindung können noch einige Details eingeblendet werden und es ist möglich, jede Verbindung zu beenden. Desweiteren erhält man hier die Information, ob das Gateway aktiv (up) oder inaktiv (down) ist. Der Status des Gateways kann verändert werden und man kann das Gateway anweisen, seine Konfigurationsdateien neu einzulesen. Dies alles sind Menüpunkte im "File"-Pulldown-Menü.
Das Tool snetshot im Verzeichnis %systemdrive%\Raptor\Eagle\Bin ist ein Netzwerksniffer, welcher im Lieferumfang der Eagle Firewall enthalten ist. Der Unterschied zu einem "normalen" Sniffer ist, daß das Programm die Netzkarte nicht im Promiscuous-Mode betreibt. Der Promiscuous-Mode befähigt eine Netzkarte, alle Pakete zu empfangen, also auch die nicht an Sie gerichteten. Normalerweise werden solche Pakete verworfen. Snetshot ist nur fähig, Pakete auszuwerten, die an einem virtuellen Interface der Firewall eintreffen. Die Aufrufsyntax lautet:
snetshot -d <IP-Adresse> [IP-Adr 1] [IP-Adr. 2] [-proto TCP, UDP, ICMP] [-port n]
Der Parameter "-d" steht für "Device" und bezeichnet die Adresse des Interfaces, von dem die Datenpakete analysiert werden sollen. Dieser Parameter muß angegeben werden. Alle nachfolgenden sind optional. Die darauf folgenden ein oder zwei IP-Adressen werden ähnlich einem Filter auf den Header angewandt und dienen dazu, nur bestimmte Pakete zu analysieren. Analysiert werden bei einer IP-Adresse nur Pakete mit dieser Quell- oder Zieladresse, bei zwei angegebenen Adressen nur Pakete die zwischen diesen beiden Hosts ausgetauscht werden. Mit dem "-proto"-Argument wird das Protokoll spezifiziert. Nur Pakete des angegeben Protokolles werden ausgewertet. Erlaubt sind UDP, TCP und ICMP. Mit dem "-port"-Argument kann das Ganze noch auf den entsprechenden TCP- oder UDP-Port eingeschränkt werden. Ein Aufruf mit allen Parametern könnte beispielsweise so aussehen:
snetshot -d 211.12.1.1 199.2.3.12 144.45.45.3 -proto TCP -port 80
Das bedeutet, daß alle am Interface 211.12.1.1 ankommenden oder abgehenden TCP-Pakete des Ports 80 (HTTP) zwischen den Hosts 199.2.3.12 und 144.45.45.3 ausgewertet werden.
Das snetshot-Programm hilft sehr bei der Überprüfung der Konfiguration von Paketfiltern oder lokalen Tunneln.
6.4.5. Konfiguration der Meldungen
Die Eagle Firewall ermöglicht es, auf jede auftretende Meldung, die im Logbuch erscheint, eine der folgenden Reaktionen auszuführen:
6.4.6. Konfiguration von Protokollen und Diensten
Die Eagle Firewall unterstützt von Haus aus eine Menge von Protokollen mit ihren Untertypen (UDP, TCP, ICMP, ...) und Diensten (FTP, Telnet, ...). Manchmal ist es nötig, neue Protokolle zu definieren oder alte zu erweitern, um zum Beispiel Dienste zu unterstützen, die nicht zum Lieferumfang gehören. Die neuen Dienste werden von der Serverapplikation General Service Passer (GSP) gehandelt und heißen deshalb auch GSP-Services. Protokolle für diese Dienste unterliegen folgenden Einschränkungen:
Dazu wird im Hawk der "Protocols"-Button gedrückt. Es erscheint ein Dialogfenster, wie in Abbildung 6-10 dargestellt.
Abb. 6-10: Dialogfenster zur Definition von Protokollen
Nach Eingabe eines Namens wird das Basisprotokoll gewählt. Soll das neue Protokoll Grundlage eines neuen Dienstes werden, kommen nur UDP oder TCP in Frage. In diesem Fall wird ein Quell- und Zielport eingetragen. Das umrahmte Feld enthält variable Eingabemasken, die sich je nach Basisprotokoll ändern. Bei einem ICMP-Untertyp wird zum Beispiel die Message-ID eingetragen. Zusätzlich kann immer eine Beschreibung eingegeben werden.
So wird zum Beispiel die ICMP-Nachricht "Redirect" (Typ 5) von Haus aus nicht unterstützt. Sie kann aber für einen Angriff (siehe Punkt 7.3.4.3.) mißbraucht werden. Die Nachricht sollte hier definiert werden und kann daraufhin in einem Paketfilter Verwendung finden, um diesem Angriff abzublocken.
Der Autor vertritt die Ansicht, daß das Konzept nicht bis ins
Letzte verwirklicht worden ist. Jede ICMP-Nachricht kann einen Untertyp
(oder Code) enthalten (siehe Abb. 7-4). Das Protokoll kann nicht bis hinunter
zu diesem Code definiert werden und demzufolge wird bei einem Paketfilter
dieser Code auch nicht ausgewertet. Das kann auch zu Angriffen genutzt
werden, wie der Autor noch im Punkt 7.5.5. zeigen wird. Gegen diese Art
von Angriff ist die Eagle Firewall machtlos!
6.4.6.2. Definition eines GSP-Services
Für einen neuen GSP-Service (oder Dienst) ist eventuell ein entsprechendes Protokoll zu definieren (siehe Punkt 6.4.6.1.). Nun kann im Hawk der "GSP-Service"-Button gedrückt werden. Ein Dialogfenster, wie in Abbildung 6-11 dargestellt, erscheint.
Abb. 6-11: Dialogfenster zur Definition eines GSP-Services
Nach Eingabe eines Namens und einer optionalen Beschreibung wird das Protokoll gewählt, auf dem der Dienst basiert und das entsprechende Eingangsgateway. Unter "Pass requests addressed to the gateway" wird der Server, auf dem der Dienst läuft und der Port, auf den die Anforderung umgeleitet werden soll, eingetragen. Wird diese Eintragung weggelassen, werden eingehende Verbindungswünsche gar nicht erst beantwortet. Die beiden Checkboxen haben folgende Funktion:
"Only send alerts on denials":
6.4.7. Konfiguration des NTP-Servers
Das Network Time Protokoll (NTP) dient dazu, die Uhr der Firewall mit einem externen NTP-Server zu synchronisieren. Im Lieferumfang der Eagle Firewall ist ein NTP-Server enthalten. Um diesen zu konfigurieren wird im Gateway-Konfigurationsfenster "NTP" aus dem "Configure"-Pulldown-Menü gewählt. Nun werden (falls vorhanden) die NTP-Server des inneren Netzes eingetragen, wobei als Trennzeichen ein Leerzeichen dient. Nach Drücken des "Run Auto Configure"-Buttons wird die Uhr der Firewall mit den internen NTP-Servern synchronisiert und eine Verbindung zu einem externen Server aufgebaut. Zu diesem Zeitpunkt muß die Firewall mit dem Internet verbunden sein. Die Konfiguration dauert bis zu einer Minute und nach Beendigung wird eine Meldung ausgegeben. Die Synchronisation mit dem externen Server beginnt nach dem nächsten Neustart.
Die folgenden Hinweise beruhen auf Erfahrungen und Erkenntnissen des Autors und sind nicht als zwingend nötig anzusehen. Sie sollen nur bei eventuellen Problemen helfen und Mißverständnisse ausräumen.
Für die Version 4.0 der Eagle Firewall für Windows NT 4.0
sind zur Zeit 3 Patches verfügbar (http://www.raptor.com/cs/patches/patches.html).
Patch 2 enthält alle Fixes von Patch 1 und Patch 3 enthält alle
von Patch 2. Die Patches liegen als selbstextrahierende EXE-Datei vor und
werden nach dem Auspacken durch Aufruf eines Scripts installiert. Alle
ersetzten Dateien werden in einem Backupverzeichnis gesichert. Die nachfolgende
Tabelle 6-4 zeigt einen Ausschnitt der wichtigsten bereinigten Bugs aller
3 Patches.
| Datei | Beschreibung | Patch# |
| SMTPD.EXE | Behebt Bug in smtplink. | 1 |
| TCP_GSP.EXE und UDP_GSP.EXE | Die Anzahl der unterstützten Services wurde auf 100 erhöht. | 1 |
| GWCONTROL.EXE | Wenn von einem Client das Lizenzlimit beendet war, wurde eine Exception ausgelöst. | 1 |
| DNSD.EXE |
|
2 |
| VPN.SYS |
|
2 |
| GWCONTROL.EXE | GWCONTROL stürzte mit einem Signal 11 nach dem Herunterfahren des Gateways ab | 2 |
| GOPHERD.EXE |
|
3 |
| GWCONTROL.EXE | Zusätzliche Informationen bei einer Exception im Logbuch | 3 |
| NOTIFYD.EXE | Unterstützung von SNMP Version 2 Nachrichten | 3 |
| SMTPD.EXE |
|
3 |
Die genauen Beschreibungen und die komplette Liste der Fehler können in den Dokumentationen der Patches nachgelesen werden.
Seit einiger Zeit ist die neue Version 5 der Eagle Firewall for NT auf dem Markt. Die neuen Features (laut Datenblatt) sind:
© by Stephan Pilz |