Ausbildung zum Assistenz-Instruktor
Themenkomplex 1
| Stunden |
Thema |
Inhalt |
| 4 | Theorie | Methodik/ Didaktik: Trainingsaufbau |
| 2 | Theorie, Praxis | Gymnastik: Allgemeine und Spezifische |
| 2 | Praxis | Kihon: Umsetzung Methodik und Didaktik |
| 2 | Praxis | Kata: Umsetzung Methodik und Didaktik |
| 2 | Praxis | Kumite: Umsetzung Methodik und Didaktik |
| 8 | Selbststudium | Anfertigen der schriftlichen Hausarbeit |
Was ist Karate-DO
Definition: Einsatz des ganzen Körpers um eine maximale Kraft auf einen möglichst kleinen Punkt zu lenken --> Kime
Es handelt sich um eine Kampfkunst, in der Arme und Beine zum Stoßen, Treten und Blocken verwendet werden.
Ziele:
- Charakter (Budo), Disziplin, innere Schulung
- Selbstverteidigung, körperliches Training, Fitness
- Im Alter von ca. 10 Jahren --> maximale Beweglichkeit
- Im Alter von ca. 20 Jahren --> maximale Schnelligkeit
- Im Alter von ca. 30-40 Jahren --> maximale Kraft
- Im Alter von ca. 40-50 Jahren --> maximale Ausdauer
- --> Da all dies im Karate trainiert wird, werden im Idealfall in den einzelnen Disziplinen die maximalen Fähigkeiten erhalten
- Sport, Spaß, Wettkampf
Trainingsinhalte:
- Kihon --> Üben von Techniken in vielen Wiederholungen
- Kata --> festgelegter Bewegungsablauf mit festen Richtungen
- Kumite --> Anwendung der Techniken am Partner
Grundlagen der Methodik und Didaktik
Definition:
- Didaktik: Theorie des Unterrichts (Was kann ich erreichen und welche Ziele kann ich erreichen)
- Methodik: Umsetzung, wie das Lernziel erreicht werden kann
Was im Training gemacht werden kann, hängt ab von der vorhandenen Graduierung, Behinderung, Alter, Gruppierung und der vorhandenen Zeit. Bei Kindern ist der Aufmerksamkeitszeitpunkt nach ca. 2 Minuten um --> nach dieser Zeit neue Aufmerksamkeitspunkte setzen bzw. bei älteren Leuten Motivation. Aus der Prüfungsordnung können die Lernziele abgeleitet werden. Es sollte immer dass gegeben werden, was die Schüler zum Erreichen der nächsten Stufe brauchen.
Wie kann man dies nun beibringen?
- Stellen der Aufgabe und definieren der Aufgabe. Vormachen der Übung. Begründen, warum es so und nicht anders sein soll.
- Durch das Vormachen entsteht ein Bild der Aufgabe beim Übenden
- Zerlegen der Aufgabe (z.B. Fauststoß --> Faust, Hüfte, Entstellung, Bewegungsablauf). Trennung der Körperhälften, aber trotzdem beide Seiten gleichmäßig trainieren
- Große Bewegungsmuster sollten als Erstes trainiert werden, da dies besser lernbar ist (z.B. Stellung vor Technik beibringen)
- Zerlegen der Bewegung in Endposition, Ausgangsposition und Zwischenstufen.
- Beim Zusammenführen von Technik und Bewegung trotzdem erst mal trennen --> 1. Schritt --> 2. Technik --> 3. später koordinieren
- Grundsätzliches:
- Von Einfachen zum Schweren
- Vom Langsamen zum Schnellen
- Einzeltechnik vor Kombination
- Signalwörter benutzen
- Gröbste Fehler zuerst korrigieren
- Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt der Technik legen (Hacken runter, gerade Stehen, ...)
- Hilfsmittel einsetzen (Münzen, Stock, Gürtel, Gummibänder, Makiwara, Pratzen, Klebestreifen)
- Begrüßung
- Aufstellung,
- Saiza
- Mukuso (Gedanken beruhigen, dem eigenen Atem zuhören, in sich hinein lauschen, Augen halb geschlossen)
- Shomen-ni-Rei
- Sensai-ni-Rei oder Sempai-ni-Rei
- Erwärmung
- Gelenke, Muskel und Sehnen langsam aufs Training vorbereiten
- Herz-Kreislauf-System langsam hochfahren
- Gelenke schmieren und „Motor anwerfen“
- Leichtes Aufwärmen
- Leichte Karatetechniken ohne große Belastung bis leichter Schweiß festzustellen ist und die Atmung zu hören ist
- Hier keine Fehler korrigieren
- Evtl. zeit nutzen, um Fehler festzustellen
- Eigentliches Karatetraining
- Kihon, Kata, Kumite
- Eigentlicher Hauptteil
- Währenddessen immer mal wieder Dehnung und leichte Lockerungen
- Abwärmen
- Weiter Bewegen aber dabei langsamer werden
- Atemübungen
- Dehnung
- „Motor langsam herunterfahren“
- Aufstellen, Saiza, Mokuso, Dojokun
Die Erwärmung sollte immer gleich sein. Dabei laut und deutlich in immer den gleichen Rhythmus zählen. Laufen ist keine richtige Erwärmung, da hier nur Herz und Kreislauf hochgefahren werden aber keine Gelenke geschmiert werden. Evtl. kann Laufen zum Aufwärmen genutzt werden. Gleiches gilt auch für Liegestütze.
Spiele:
- keine Spiele um des Spielens willen, da dies sonst bei Kinder vermisst wird, wenn es mal kein Spiel gibt --> Kinder kommen dann des Spielens wegen und nicht wegen Karate zum Training
- Aufmerksamkeitsspiele sind ab- und zu OK (auf bestimmte Kommandos oder Zahlen entsprechende Technik oder Übung machen; wer ist schneller als Partnerübung mit großem Abstand; ...) --> können auch mit Trainingselementen kombiniert werden
- Wenn man Kinder wie Erwachsene behandelt fühlen sie sich auch als Erwachsene und reagieren auch so
Der Sensomotorische Lernprozess
Erklärt, wie ein Schüler eine Technik erlernt. Das Einprägen erfolgt dabei über Sinneseindrücke.
- --> 1. Aufgabenstellung mittels Vormachen (optisch und visuell) sowie verbal definieren. Dabei immer korrekt arbeiten, d.h. korrekt zeigen und trotz Erklärung korrekte Haltung einnehmen
- --> 2. Bewegungsvorstellung entsteht beim Schüler
- --> 3. Nachahmung (Schüler versucht die Vorstellung umzusetzen)
- --> 4. Überprüfen der Bewegung und der Endposition durch den Schüler
- --> 5. Korrektur durch den Lehrer (optisch, verbal, anfassen, Hilfsmittel)
- --> 6. --> 2.
Anfänger
- optischer Indikator wirkt am Meisten
- viel Reden, nützt aber noch nicht viel, sind eher Hilfestellung und Unterstützung
- --> es entsteht eine Grobform der Bewegung (nach ca. 1.000 Wiederholungen)
Fortgeschrittener (bezogen auf Technik)
- verbaler Indikator rückt zunehmend in den Vordergrund
- Korrektur trotzdem vornehmlich von Außen (durch den Lehrer)
- Beim Schüler entwickelt sich Empfinden für die eigene Bewegung. Es bildet sich ein kinästetisches Empfinden heraus.
- --> es entsteht eine Feinform der Bewegung (nach ca. 70.000 Wiederholungen)
Könner
- das kinästetische Empfinden ist ausgeprägt
- Korrektur von Außen durch den Lehrer ist kaum nötig
- --> es entsteht eine Feinstform der Bewegung mit einem perfekten Bewegungsablauf (nach ca. 1.000.000 Wiederholungen)
Dieser Lernprozess funktioniert auch mit falschen Bewegungen !!!
Fehler
Anfängerfehler:
- Eingreifen durch den Lehrer erforderlich
- Leicht korrigierbar
Gewohnheitsfehler:
- kontinuierlich wurde sich falsche Bewegungsvorstellung eingeprägt (z.B. Oberkörper vorgebeugt, zu schmaler oder zu breiter Stand)
- viel Arbeit zum Abstellen nötig --> mindestens 1.000 Wiederholungen
- am Besten komplette Trainingseinheit dafür bilden, da nur Hinweise zum Abstellen zu wenig sind
Grobfehler:
- Führen zum Versagen der Technik (falsche Stellung mit Umkippen, Schultern vorn, Oberkörper schief)
- Verletzungsgefahr besteht
- Eingreifen ist immer und sofort erforderlich
Feinfehler:
- Weichen leicht von der Bewegungsform ab
- Es dürfen keine Gewohnheitsfehler draus werden
- Immer erst Grobfehler vor Feinfehler behandeln
Immer nur einen Fehler gleichzeitig korrigieren. Dabei natürlich den schlimmsten Fehler zuerst. --> Immer nur kleine Aufgaben stellen. Die gröbsten Fehler sind die, den alle machen. --> Liegt am Lehrer bzw. am falschen Vormachen.
Maßnahmen zur Fehlerkorrektur
- auf eine einfachere Technik zurückgreifen
- noch mal visuell und verbal korrigieren
- taktile Korrektur (Anfassen)
- Partnerweises Üben mit gegenseitiger Korrektur
- Sensitive Korrektur durch Ziehen, Werfen, Schubsen, Drücken, usw. --> Wer nicht hören will, muß fühlen
- Beweisen der besseren Variante
- Bewegung übertreiben lassen, z.B. in einem viel zu tiefen Zenkutsu-Dachi laufen und stehen lassen --> Bequemlichkeit bringt Schüler dann zum korrekten Stand
- Isoliertes Üben fehlerhafter Techniken
- Verweisen auf ähnliche Techniken, z.B. Kaki-Zuki --> Analogie bilden zu Oi-Zuki
- Hilfsmittel einsetzen (Stock, Festhalten, Spiegel)
- Loben, loben, loben
- Nicht zu viel verlangen
Beachtung der körperlichen und geistigen Vorraussetzungen des Schülers
- gezielte Übungen für Muskelaufbau
- Angst nehmen durch Vertrauen in die Technik
- Körperliche Grenzen beachten --> Erkundigen, ob körperliche Einschränkungen bestehen --> idealerweise existiert dazu ein Fragebogen vom Verein
- Beobachten der Leute, um körperliche Probleme rechtzeitig zu erkennen (Rot-Anlaufen, Atembeschwerden) --> Arzt
- Nicht jeder kann Idealbild der Technik erreichen !!!
Eigene Punkte
Allgemein
- Finden des korrekten Bewegungsablaufes durch Zerlegen und Zusammensetzen (z.B. den gegenläufigen Arm stehen lassen)
- Zum Üben der Stellungen Klebepunkte verwenden
- Viel Erklären. Eher zuviel als zuwenig
- Techniken genauestens ansagen
- Spiegelverkehrt vormachen aber richtig ansagen
- Unruhe bekämpfen und Disziplin wahren durch
- Motivation (boah, wie ein Schwarzgurt)
- Erklärung (weil das Karate ist)
- Psychische Tricks mit Motivation (Medaillen- und Urkundenspiele, Ziele setzen, nächste Prüfung, Verweis auf Partner der genau so lange mitmacht)
- Als erstes die Kata „richtig“ auf Braun- bzw. Schwarzgurt-Niveau vormachen --> Boah-Effekt stellt sich ein.
- Erst die groben Bewegungen --> Stellungen. Dann erst mal nur Armtechniken und danach kombinieren. Dabei immer alles sehr ausführlich und genau ansagen.
- Drehungen einzeln üben. Wichtig: Erst Drehen, dann gerade aus in Zielstellung --> Körperverschiebung schon von Anfang an lehren.
- Ablauf von Schülern erklären und ansagen lassen --> Ansagen und Reihenfolge ist wie ein Gedicht --> es muß alles passen und sich reimen und in sich geschlossen sein
- Wenn Ablauf sitzt, langsam den Rhythmus reinbringen. Dabei ist das Zählen auch eine Technik und mit Kime auszuführen. --> Der Ausdruck hat Auswirkung, wie Technik vom Schüler durchgeführt wird.
- Wenn Ablauf sitzt, kann als Konzentrationsübung auch Kata verkehrt herum geübt werden.
- Wenn Ablauf sitzt, können auch Techniken ausgewechselt werden --> interessante Abwechslung
- Mit Kata die Grundtechniken verbessern !!! --> automatisch besseres Kumite. Niemals anders rum.
- Immer Kata komplett üben inkl. Re, Jame, Ansagen, Joi
- Kiai richtig ansagen und darauf achten, dass auch richtig Kiai gemacht wird. Kostet Schüler am Anfang immer ziemliche Überwindung.
- Immer richtig mit Etikette: Verbeugen, Abstand, Reh, Ansagen
- Am Anfang immer Abstand mit den Armen nehmen lassen und das erstmalige Verbeugen bzw. Verbeugen am Ende mit großen Abstand durchführen.
- Üben des Angriffs nur im Stand um Anfänger die Angst vor dem Angriff zu nehmen und Abstand zu halten
- Distanzgefühl verbessern durch geraden Oberkörper und Schultern zurück
- Falls falscher Abstand --> Schüler komplett verrücken, anstatt „mehr Hüfte“, „tiefer oder höher stehen“
- Danach nur Abwehr üben im Stand. Gegnerischen Arm als Hilfe nutzen, z.B. gestreckter Arm auf Kopf legen mit Age-Uke oder Arm fassen mit Gedan-Barai
- Dann Kihon-Ippon-Kumite / Sanbon-Kumite /Jiu-Ippon-Kumite
- Gohon-Kumite kann interessanter / abwechslungsreicher gemacht werden durch:
- Abwehrende startet erst, wenn Angreifer startet und nicht beim Zählen
- Unterschiedlich schnelle Zählung
- An beliebiger Position anderen Angriff mit anderer Abwehr
- An beliebiger Position Wechsel des Angreifens / Abwehrers und wieder zurück
- Beliebige Kombination dieser Punkte
- Angreifer steht bei erster Technik innen, dann außen und dann abwechselnd
- Motivation:
- Schnapp Dir den Lulatsch
- Flink wie ein Wiesel unten rein
- Nutz Deine Reichweite aus
- Siehst Du, genau so, Du kannst es doch
Themenkomplex 2
| Stunden |
Thema |
Inhalt |
| 3 | Theorie | Trainingsziele und -planung |
| 3 | Theorie | Grundlegende Prinzipien der Techniken (Teil I) |
| 2 | Praxis | Methodik im Kihon (Teil II) |
| 2 | Praxis | Methodik in der Kata (Teil II) |
| 2 | Praxis | Methodik im Kumite (Teil II) |
| 8 | Selbststudium | Anfertigen der schriftlichen Hausarbeit |
Themenkomplex 3
| Stunden |
Thema |
Inhalt |
| 2 | Theorie | Grundlegende Prinzipien der Techniken (Teil II) |
| 2 | Theorie | Integration von Kihon, Kata und Kumite |
| 4 | Praxis | Komplexes Training (Teil I) am Beispiel der Körperverschiebung |
| 4 | Praxis | Komplexes Training (Teil II) am Beispiel der Körperrotation |
| 4 | Übung | Methodische Umsetzung von Einzelaufgaben durch die Teilnehmer |
| 8 | Selbststudium | Anfertigen der schriftlichen Hausarbeit |
Themenkomplex 4
| Stunden |
Thema |
Inhalt |
| 8 | Prüfung | Lehrproben der Teilnehmer |